LKT-Schule Kunsttherapeutische Aus- und Weiterbildung für soziale, pädagogische und Heilberufe
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Kreativ während und nach der Corona-Krise

Es gibt weltweit wohl kaum jemanden, der nicht direkt oder indirekt von der  Krise rund um das Coronavirus SARS-CoV-2 und die daraus entstehende Erkrankung COVID 19 betroffen ist.

Es ist eine unausweichliche Tatsache: dieses Virus hat unsere ganze Welt fest im Griff! Innerhalb kurzer Zeit hat es unser modernes Leben einfach mal eben so, sprichwörtlich „an den Eiern gepackt und aufs Kreuz gelegt“. Und dabei fühlten wir uns doch so sicher.

Die Menschen, das soziale Leben, die Wirtschaft, …, sind weitgehend auf Tauchstation gegangen und zum Teil immer noch downgelocked. Das Gesundheitssystem drohte und droht weiter zu kollabieren. Unser hochverehrter Wohlstand scheint gefährdet.
Man stellt sich Fragen wie: "Was ist wichtiger - Geld oder Gesundheit?"

Trotz, Ignoranz, Verschwörungstheorien und Leugnung, Hexenjagden und unsoziales Verhalten... - Corona beleuchtet schonungslos die impulsiven Reaktionen auf die Bedrohungen.
Die Krise deckt nicht nur Schwächen und Ängste auf. Auch Gier, soziale Not oder die Schwächen des Systems fallen nun verstärkt auf.
Wie war das noch? - Wenn Du es wahrnimmst, kannst Du es verändern...

Angst treibt fiese Keile in unseren Zusammenhalt. Verzweifelt suchen die Schwächeren Sündenböcke und kämpfen gegen diese Stellvertreter-Gegner, anstatt die Energie in aussichtsvollere Bahnen zu lenken. Dabei wären wir Menschen mit etwas mehr kollektiver Besonnenheit zu so viel Großartigem in der Lage...

Bleibt uns denn wirklich kaum eine andere Möglichkeit, als die Decke über den Kopf zu ziehen und abzuwarten, bis wirkungsvolle Medikamente und Impfstoffe entwickelt wurden oder erst dann wieder aus der Tauchstation aufzutauchen, wenn sich eine Herdenimmunität entwickelt hat? Möglicherweise. Wir sollten uns wohl darauf einstellen, noch eine Weile durchzuhalten.

Dass wir das hinbekommen, ist keine Frage.
Wie wir diese Zeit erleben, liegt jetzt und auch irgendwann, wenn der ganze böse Zauber vorüber ist, in unseren eigenen (kreativen) Händen.

Vertraue Dir! Du bist stärker, als Du denkst. 

 

Welche Sorgen, Nöte und Ängste beschäftigen uns derzeit?

Das ist von Mensch zu Mensch verschieden und könnte zum Beispiel ein individueller Mix aus Folgendem sein:
 

  • Viele Menschen plagen sich mit der Angst vor Ansteckung und der Sorge, sie selbst oder nahestehende Personen könnten womöglich schwer erkranken.
    Meine / unsere körperliche Sicherheit ist bedroht! Bin ich stark genug? Kann ich meinem Körper vertrauen? Ist mein Leben bedroht? Sind meine Lieben in Gefahr? Wie kann ich mich vorbereiten? Gefahr oder harmloser Infekt? Risiko schwer einschätzbar, unbekannter Gegner. Ist die medizinische Versorgung gesichert? Angst vor Schmerz, Tod, Würdeverlust, Verlust… Was, wenn das Schlimmste eintrifft?
     
  • Viele haben auch Sorge, in finanzielle Not zu geraten. Sei es die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, dem Verlust der eigenen Firma oder des Ersparten.
    Was bin ich ohne Geld und / oder Status? Kann ich mich und meine Familie weiter ernähren? Werde ich satt? Können wir unseren Stand halten? Müssen wir womöglich umziehen oder uns von Besitz trennen? Werde ich obdachlos? Worauf müssen wir verzichten? Ist unser Fortbestehen gesichert? Bin ich stark genug für einen Plan B? Vertraue ich mir, immer eine Lösung zu finden? Bin ich stark genug, zu überleben? Bin ich in der Lage, umzudenken, meine Ressourcen zu aktivieren und eine kreative Lösung für mich zu finden?
     
  • Auch die Angst vor weltwirtschaftlicher und infolge dessen womöglich sogar politischer Destabilisierung, treibt so manchen um. Corona greift auch unsere politische Ordnung an.
    Mein Sicherheitsbedürfnis schlägt Alarm! Ist unser Sicherheit vermittelndes System noch sicher? Sind Demokratie, Frieden, Sozialabsicherung, Bündnisse, …, in Gefahr?
     
  • Manche befürchten, nicht mehr mit dem Lebensnotwendigen versorgt zu werden. Nudeln, Heizöl, Klopapier, … - Hamsterkäufe lassen dies sichtbar werden.
    Den Letzten beißen die Hunde! Anarchie vs. Solidarität?
     
  • Die soziale Isolation, der auf Abstand gebrachte menschliche Kontakt, ist für viele eine ganz außerordentliche Belastung. Denn nicht jede/r hat innerhalb des eigenen Wohnbereiches Sozialpartner. Wir Menschen sind keine autarken Einzelgänger. Wir brauchen unsere soziale Gruppe. Allein wären wir aufgeschmissen. Es hat auch nicht jede/r „Online-Freunde“, mit denen ein fernfreundschaftlicher Austausch möglich wäre. Das soziale Netz, wie es bisher gepflegt wurde, ist momentan stark beeinträchtigt.
    Einsiedlertum macht (nicht nur) grummelig.
    Bin ich allein? Einsamkeit, Hilflosigkeit, Angst, …
     
  • Zudem kann auf dem engen Raum in der Wohnung, zusammengepfercht mit der ungewohnten Nähe vielleicht nicht so gut gewachsenen Familienmitgliedern, eine Quarantäne durchaus auch zu einer Zerreisprobe werden. Stress, Sorgen, Angst, fehlender Ausgleich, Konflikte, Budenkoller, fehlender Freiraum, Kompensationsnot, Aggression, … können zu ernsten Problemen führen.
    Wohin mit dem Überdruck?
     
  • Manche Eltern stehen vor der Herausforderung, ihren Kindern das Online-Lernen einzurichten und sie dabei zu begleiten. Für einige ist das durchaus eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Der Erwartungsdruck, die Konfrontation mit eigenen Defiziten, der Stand im familiären Gefüge, die größere Verantwortlichkeit, das ständige Zusammensein mit den lieben Kleinen und die eigenen Unsicherheiten können zum Stressfaktor beim Home-Schooling werden.
    Die guten Schüler werden das schaffen. Die anderen hoffentlich auch.
    Bin ich gut genug als Elternteil? Bin ich gut genug? Was wird aus meinem Kind?
     
  • Der veränderte Tagesablauf kann auch Sorgen bereiten. Nicht nur, dass dieser für das Gewohnheitstier Mensch nur schwerlich eine reibungslose Umgewöhnung bedeutet, es kann auch vielleicht alte Wunden wieder aufreißen. Es ist oft mehr, als liebgewordene Gewohnheiten abzulegen. Die Abläufe der Tage und Wochen sind verändert. Wer, vielleicht in einer Therapie oder auf anderem Wege, gelernt hat, dass u.a. diese Abläufe, das Rausgehen oder das aktive Interagieren vor psychischen Krisen bewahren können, für denjenigen sind es eben nicht „nur“ ein paar liebgewonnene Gewohnheiten.
    Kann die soziale Isolation, das eventuelle Treiben in der Tageszeit, der fehlende Ablauf, die Einsamkeit und weiteres zu einer triggernden Bedrohung werden?
     
  • Auch andere Trigger können den Menschen begegnen. Wem Krankheit, Lebensangst, Schmerz, Krankenhaus, Hospitalisierung, Einsamkeit, Existenzbedrohung, Isolierung, Ausgrenzung, Bore-Out, Keimphobie, soziale Phobie, Hunger, Anarchie, Krieg, Flucht, Seuchen, Tod, Hilflosigkeit und bestimmt noch vieles mehr, schon einmal im Leben begegnet sind, derjenige wird gerade in diesen Tagen möglicherweise den Trigger spüren.
     
  • Einigen macht auch der vorübergehende Verlust der Freiheit(en) zu schaffen. Wir haben, je nach lokalem Ausbruchsgeschehen, nicht mehr die Freiheit, überallhin zu verreisen, einen netten Abend mit Freunden zu verbringen, shoppen zu gehen, uns beim Vereinssport auszupowern, im Kino einen Film anzuschauen oder andere. Wer schon einmal einen Mangel an Freiheit erlebt hat, wird sich vermutlich nur schwer an eine Freiheitsbeschränkung gewöhnen wollen, auch wenn der Verstand die Notwendigkeit durchaus einsieht.
    Freiheitsdrang contra Sicherheitsverhalten?
     
  • Viele Menschen würden gerne etwas tun, aktiv werden.
    Was, zur Hölle, kann ich tun?

    Wir reagieren auf Bedrohungen zumeist entweder mit Flucht, Starre oder Kampf.

    Flucht ist eigentlich keine Option, denn das Virus ist praktisch überall. Flucht in eine durchdachte Form von Isolation ist wahrscheinlich eine ganz gute Idee, oder?

    Starre ist für die meisten Menschen eigentlich nicht die Reaktion erster Wahl, denn sie vermittelt das Gefühl von Hilflosigkeit. Unverstandene Regelungen werden allerdings auch schnell als Starre empfunden. Das ist für manche Menschen nur schwer lange auszuhalten, vor allem wenn wenig Zuversicht vorhanden ist.

    Kampf ist auch noch eine Möglichkeit. Was meinst Du? Aktionismus, ob blind oder sinnvoll, begegnet uns in diesen Tagen an vielen Stellen. Wohl dem, der ihn wohlbringend kanalisieren kann. Dann kann sich die Energie in Gutes und Bereicherndes umsetzen. Kampf gegen einen ungreifbaren Gegner schürt aber leider auch den unsinnigen Kampf gegen Sündenböcke und Stellvertreter.
    Wir haben alle selbst in der Hand, wofür wir unsere Energie einsetzen.



 

Dennoch gibt es auch Hoffnungsvolles:

Viele Familien rücken wieder näher zusammen, essen wieder miteinander, reden, spielen, lernen sich wieder wertzuschätzen. Das Gemeinschaftsgefühl wird stärker, man erkennt, wie gut man es hat, sich zu haben.
Es wird vielleicht bewusster, wie wichtig man sich ist und was wirklich relevant ist.

Die Sicht aufs Wesentliche wird klarer, ohne die vielen Ablenkungen.
Man beginnt vielleicht auch zu sortieren, was gut tut und was gehen darf.

Auch das Umweltbewusstsein wächst bei vielen Menschen zurzeit und es scheint ein Umdenken in Gang zu kommen. Die Natur profitiert spürbar von unserer Starre.

Im Job, im eigenen Geschäft, in den Bach herunter gehenden oder neuen Branchen  blühen gerade die Ideen.
Gerade jetzt wird derjenige überleben, der in der Lage ist, sich mit kreativen Ideen neu aufzustellen.
Stillstand ist der Tod. Warum sollte man sich bewegen, wenn es einem doch gut geht?
Komme in Bewegung und lebe!

Wir dürfen darauf bauen, dass die meisten Menschen aus dieser Krise lernen und gestärkt hervorgehen.
Wir wissen ja, dass es nach jeder Krise wieder aufwärts geht, meistens sogar höher als zuvor.
Hoffnung trägt uns durch schwere Zeiten!

 

Frage Dich doch einmal...

Was genau macht mir denn überhaupt Sorgen / Ängste?
Bin ich gut und seriös informiert?
Wie groß ist die Bedrohung wirklich?
Wie kann ich mich und meine Lieben schützen?
Und wie kann ich mir die Zeit so angenehm wie möglich gestalten?
Welche Verläufe sind denkbar und was wären meine Lösungsstrategien?
Was wäre der Worst-Case und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eintrifft?
Was ist wirklich realistisch?
Wo bekomme ich Hilfe?
Brauche ich die Hilfe überhaupt?
Oder bin ich eigentlich ganz gut aufgestellt, um gerade in dieser Krise meine Flexibilität unter Beweis zu stellen und zu Höchstleistungen aufzulaufen?
Ist die Krise womöglich sogar eine Chance?
Eine Chance, etwas zu verändern?
Will ich die Chance nutzen, in Bewegung zu kommen?
Welche Ressourcen habe ich zur Verfügung und wie kann ich sie nutzen?
Was brauche ich, um meine volle Kraft zu entfalten?

 

Kann ich denn auch kreativ ein wenig Farbe in diese anstrengende Zeit bringen?

Ja, durchaus. Probiere es doch mal selbst aus. Werde kreativ. Gehe neue Wege. Träume und lass Dich ein auf etwas Neues.
Auch Du bist von dieser Virus-Krise auf Deine ganz eigene Weise betroffen.
Lass Dich kreativ treiben, wenn Du magst… und setze Dich auf Deine Weise mit der Situation und Deinen Themen in diesem Zusammenhang auseinander. Oder schaue einfach mal, ohne Plan, was entstehen möchte...
 

Sei auch Du ein/e Lebens-KünstlerIn!

 

Knallbunt durch die Quarantäne!

 

Vielen Dank für die tollen Beiträge!

 


Auch Du bist herzlich eingeladen, Dich an unserer Aktion

Knallbunt durch die Quarantäne zu beteiligen.

Stelle Dich kreativ dem Virus entgegen!
Zeig ihm, wo der Pinsel hängt!

Male, gestalte, dichte, musiziere, hämmere, filze, knete, schweiße, matsche, …
Knall ihm Kleister, Filz und Pappe um die Andockstellen!
Bring Farbe auf den Mundschutz und streu Glitzer in die Seife!

Lass alles raus, was Dich in diesem Zusammenhang beschäftigt.
Werde „kreaktiv“ gegen Corona!


Schicke uns
, wenn Du magst,
ein Foto oder einen kurzen Film / Tonaufnahme von Deinem Werk.


Wir möchten einfach ein bisschen Farbe hinter die verschlossenen Türen bringen
und andere Menschen dadurch vielleicht ebenfalls inspirieren,
sich individuell „kreaktiv“ der Krise entgegen zu stellen.

Wir freuen uns auf Dein Werk!

Liebe Grüße
und bleib gesund!

Dein LKT-Schule-Team

 

Unsere Schulungsräume:

 

Nutzen Sie die Möglichkeiten!

 

AGB

Kleine Einblicke in kunsttherapeutische Arbeiten:

 

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